Diabelli und andere Variationen – von der Kunst der Veränderung. || “Beethoven: erzählt.”-Das Festival

mit Dmitry Ablogin, Fortepiano

Wie der Kunstmarkt funktioniert, zeigen mit den Diabelli-Variationen die 33 Veränderungen über einen Walzer, den Beethoven abfällig “Schusterfleck” nannte. Denn für den Erwerb des letzten im Privatbesitz befindlichen Beethoven-Autographs musste das Bonner Beethovenhaus eine “Jahrhundert-Finanzierung” organisieren. Die Hälfte der Kaufsumme, über die man Stillschweigen vereinbarte, wurde von der öffentlichen Hand-Bund, Land Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn und Kulturstiftung der Länder -aufgebracht, die andere Hälfte durch private Geldgeber, darunter immerhin dreißig Banken und Stiftungen sowie zahllose Einzelspender.

Dmitry Ablogin kümmert das zum Glück wenig. Für uns spielt er dieses größte und letzte Klavierwerk Beethovens unabhängig von aller Event- und Kunstmarkt-Attraktion und versteht die Diabelli-Variationen wie den Kosmos eines großen Spätwerks. „Man hört alte Meister, galante Musik, Sturm und Drang, tiefe romantische Ausdrücke und auch visionäre Blicke in die Zukunft.“ Ablogin setzt mit seinem anspruchsvollen Programm Beethovens musikalische Form der Variation ins Verhältnis zu Schumanns „Geistervariationen“, die man, so Dmitry Ablogin, gar nicht in Worte fassen kann – und spannt damit den Bogen sehr weit. Es war Schumanns letztes Werk vor seiner Einlieferung in die Nervenklinik Endenich. Wichtig ist für den jungen Pianisten Dmitry Ablogin ein Verständnis, das Musik nicht einteilen lässt in kategoriale Festlegungen wie Romantik, Klassik etc., sondern ein Verständnis, das Musik weit offener begreift. Hier fügen sich in das Programm auch die Werke von Mendelssohn Bartholdy und Schubert, zwei Komponisten, deren Kunst, so Clara Schumann, Robert Schumann als Geister des Nachts verfolgten. Dmitry Ablogin, Fortepiano

Programm: Diabelli – von der Kunst der Veränderung

Felix Mendelssohn Bartholdy

Andante cantabile e presto agitato, WoO 6 (1838)

Franz Schubert 

Impromptu Ges-Dur, op. 90 No. 3 (1827)

Robert Schumann

„Geistervariationen“, WoO 24 (1854)

Pause

Ludwig van Beethoven

33 Veränderungen über einen Walzer von Diabelli, op. 120 (1819-1823)

Die Konzerte im Rahmen des “Beethoven: Erzählt.”- Festivals (02. Juli / 03. Juli / 05. Juli / 10. Juli / 11. Juli / 12. Juli) sind auch als Abonnement erhältlich.

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