„…daß empfindliche Sinnen dadurch gerührt werden“

Dieses Zitat aus der musikalischen Abhandlung „Der Vollkommene Capellmeister“ von Johann Mattheson (1681–
1764), die 1739 in Hamburg erschien, veranschaulicht die zentrale Rolle der Affektenlehre in der Barockzeit. Diese
repräsentiert eine nach präzisen Regeln durchzuführende musikalische Kunst, bei der die Musizierenden mit Klängen
und Worten die Zuhörenden in bestimmte Affekte (Gefühle) versetzen, sie rühren und überzeugen sollen.
Der musikalische Vortrag ähnelt einer Rede und folgt den Regeln der Rhetorik. Der Gesang soll deshalb die Musik der
Instrumente leiten und ihr Vorbild sein. Mattheson schreibt, “daß jene, so zu reden, die Mutter; diese aber die Tochter ist“.
Die Instrumentensammlung der Schlosskonzerte Bad Krozingen bietet uns die einmalige Möglichkeit, die sensiblen
und differenzierten Klangvorstellungen des Barock heute bewusst nachzuvollziehen. Welche Gefühle erleben wir heute
beim Hören dieser Musik? Ist es wirklich so, dass bestimmte Affekte durch bestimmte musikalische Charakteristika ausgelöst werden?
Studierende des Instituts für historische Aufführungspraxis der Hochschule für Musik Freiburg unter Leitung von
Prof. Jean-Christophe Dijoux (Cembalo) und Prof. Stefan Temmingh (Blockflöte) werden musikalische Werke aus
der Barockzeit für Sie spielen und mit Ihnen ins Gespräch kommen.

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