Festliche Tage alter Musik 2010
1. Tag: 25.09.2010, 19:30 Uhr: Himmel und Erde
Robert Schumann ist wie kaum ein Anderer von diesen beiden Polen – „Himmel“ und „Erde“ – dominiert worden – mal gezogen vom Himmlischen, dann wieder ganz mit dem Irdischen vereint, oft hin- und hergerissen auf der Suche nach einer (inneren) Heimat und letztlich schmerzvoll gescheitert an dieser großen Aufgabe, beide Teile im Leben zu vereinen.
Dieses große Lebensthema findet sich überall in seinen Werken, und ganz besonders natürlich in den Liedern, einer ganz zentralen Gattung in seinem kompositorischen Schaffen.
Schon die Textauswahl steckt den Rahmen ab, worum es Schumann geht: leidenschaftliche Liebe, stilles Liebesglück, aber auch Fremdsein in dieser Welt, Sehnsucht nach dem Unerreichbaren oder Hoffnung auf bessere Welten – Schicksal und Schmerz einer begrenzten Existenz ebenso wie Freiheit nach unfassbarem Reichtum des Lebens.
Die Musik spürt hinter die Gedichte, erspürt die Empfindungen und Gefühle und übersetzt sie gleichsam in Klang und Stimmung.
Darin war Schumann ein vollendeter Meister.
Seine Lieder zeichnen so genau und klar, dass wir Heutigen immer noch und immer wieder berührt sein können von einer zeitlosen Musik, die so viel an Gefühlen, Emotionen und Empfindungen – irdischen und himmlischen – freilegen kann.
Im heutigen Liederabend erklingen im ersten Teil einzelne Lieder nach verschiedenen Dichtern, die um das Thema „Himmel und Erde“ kreisen; im zweiten Teil kommt Schumanns bedeutender Liederkreis op. 39 nach Gedichten von Eichendorff zu Gehör.
Es singt Ekkehard Abele, Bariton. Enno Kastens spielt den Conrad Graf – Flügel.