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Einordnung in ein geistiges Gefüge
19.Januar 2008, 19.00 Uhr
Wie und wer war Fritz Neumeyer denn nun wirklich? Beginnt man erst einmal, Menschen zu befragen, die ihn gut gekannt haben, kommt keiner so schnell mit dem Erzählen zuende: charismatischer Musiker und Lehrer, Pionier in der "Alten Musik", Opernkenner und Kapellmeister, Komponist und Volksliedbearbeiter, Weinliebhaber und Schüttelreimimprovisator, eine eigenwillige Persönlichkeit und sensible Seele, sozial und großzügig, tiefernst und lausbübisch-heiter.
Eine (Wieder-) Begegnung mit dem Begründer der Schloßkonzerte Bad Krozingen und der Historischen Tasteninstrumentensammlung zum 25. Todestag (16.01.1983).
Freunde, Kollegen und ehemalige Schüler erzählen und musizieren.
"Einordnung in ein geistiges Gefüge"
20.Januar 2008, 11.00 Uhr
Wie und wer war Fritz Neumeyer denn nun wirklich? Beginnt man erst einmal, Menschen zu befragen, die ihn gut gekannt haben, kommt keiner so schnell mit dem Erzählen zuende: charismatischer Musiker und Lehrer, Pionier in der "Alten Musik", Opernkenner und Kapellmeister, Komponist und Volksliedbearbeiter, Weinliebhaber und Schüttelreimimprovisator, eine eigenwillige Persönlichkeit und sensible Seele, sozial und großzügig, tiefernst und lausbübisch-heiter. Eine (Wieder-) Begegnung mit dem Begründer der Schloßkonzerte Bad Krozingen und der Historischen Tasteninstrumentensammlung zum 25. Todestag (16. Januar 1983).
Freunde, Kollegen und ehemalige Schüler erzählen und musizieren.
Musik und der Energieerhaltungssatz
01.Februar 2008, 20.00 Uhr
Barbara Schmidt-Willi spielt und erläutert Instrumente der Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey in einem Programm mit Werken, die nach ähnlichen Bauprinzipien komponiert worden sind. Sie spürt der Balance von Ordnung und Strenge nach und beweist für für Augen und Ohren, dass jedem Plus ein Minus entspricht. Eine klingende Physikstunde mit Werken von Jakob Obrecht, Johann Sebastian Bach, Jean Philippe Rameau, Giovanni Picchi, Georg Anton Benda, Györgi Ligeti und Enno Kastens.
"Orgelinspiriert"
16.Februar 2008, 20.00 Uhr
Susanne Almut Konnerth, Cembalo und Orgel
Sowohl das Cembalo als auch Orgeln aller Art schmückten die Säle, Zimmer und Kammern der Adelshäuser des Barockzeitalters. Bei Tastenvirtuosen und Komponisten war es meist üblich, Werke für Cembalo und Orgel zu spielen und zu komponieren. Dabei haben sich die Musiker jeweils von den klanglich und technisch unterschiedlichen Instrumenten anregen lassen. Orgelinspirierte Werke sind bei den Komponisten Domenico Scarlatti, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Jan Pieterszoon Sweelinck, Johann Jakob Froberger und Carl Philipp Emanuel Bach typisch und werden im Konzert erläutert und vorgestellt.
"Ironie und Bekenntnis"
29.Februar 2008, 20.00 Uhr
Ulrich Messthaler gibt singend, spielend und sprechend einen Einblick in diese spannende Art, Lieder darzubieten, die heute (fast) nur noch anderen Musiksparten vorbehalten ist. Ein seltenes Ereignis an einem seltenen Tag!
Die Schlosskapelle
05.März 2008, 20.00 Uhr
Erstellt im Jahre 1608 von Abt Martin I. Meister (1596 - 1625) und barockisiert um die Mitte des 18. Jahrhunderts auf Veranlassung von Pater Marquardt Herrgott, später sorgsam restauriert im Auftrag der Schlossbesitzer, erstrahlt die Kapelle in ihrer Schönheit und ihrem ursprünglichem Zauber.
Nur wenige Menschen finden in dem Kirchlein im malerischen Schlossgarten Platz. Das Altargemälde wurde angefertigt von Johann Christian Wentzinger (1710-1797).
Der "köstliche" Stuck in der Schlosskapelle mit einer "unglaublichen Vielfalt" von schmucken Ornamenten, eingefügten Engelsköpfen und frei schwebenden Putten hat, so befand einst schon Museumsdirektor Dr. Hermann Gombert "nichts Vergleichbares im ganzen Breisgau".
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Bad Krozingen.
Tasten tasten 1
09.März 2008, 11.00 Uhr
Mehr nach Gefühl als taktmäßig
15.März 2008, 20.00 Uhr
Assoziieren wir mit starkem Ausdruck, freiem Spiel und dem Begriff "Programmmusik" zumeist das 19. Jahrhundert, führt uns Paul Simmonds vor Augen bzw. Ohren, dass es diese Art von Musik schon viel früher, wenn nicht schon immer gab.
Das Programm zeigt einige Meilensteine auf dem Weg zur Romantik und ermutigt - wie obiges Zitat von von Daniel Gottlob Türk - zu einer neuen und frischen Sitchtweise auf die "Alte Musik".
Goethe und Zelter - eine Freundschaft
30.März 2008, 16.00 Uhr
Enno Kastens, Hammerflügel
Gabriele Busch-Salmen, Einführung und Rezitation
"Wenn ich irgend jemals neugierig auf die Bekanntschft eines Individuums war, so bin ichs auf Herrn Zelter. Gerade diese Verbindung zweier Künste ist so wichtig. Das Originale seiner Kompositionen ist, so viel ich beurtheilen kann, niemals ein Einfall, sondern es ist eine radicale Reproduction der poetischen Intentionen."
Mit diesen Worten drückte Goethe in einem Brief vom 18. Juni 1798 an August Wilhelm Schlegel seine Ungeduld auf die Begegnung mit dem Leiter des Berliner Singakademie, Carl Friedrich Zelter, aus, von dem er sich die Intensivierung des Austauschs erhoffte, den er stets mit seinen musikalischen Partnern gesucht hatte. Es war ihm ein Befürfnis, einen musikalischen Berater und Komponisten in seiner Nähe zu wissen, der seine Lyrik "ins Allgemeine zu befördern" verstand. Der Konzertabend zu Zelters 250. Geburtstag wird diese intensive Beziehung mit ausgewählten Liedern, Balladen und den zwischen Berlin und Weimar hin und hergehenden Briefpassagen plastisch nachzeichnen.
Wege in die Zukunft
12.April 2008, 20.00 Uhr
Tasten tasten 2
13.April 2008, 16.00 Uhr
A due Clavicembali
26.April 2008, 20.00 Uhr
Tasten tasten 3
18.Mai 2008, 11.00 Uhr
J. S. Bach und seine Söhne
18.Mai 2008, 19.00 Uhr
Jubiläumskonzert
30.Mai 2008, 20.00 Uhr
Vienne ce 10 d'avril 1784
Mon très cher Père!
...Ich habe 2 grosse Concerten geschrieben, und dann ein Quintett, welches außerordentlichen beyfall erhalten; - ich selbst halte es für das beste was ich noch in meinem leben geschrieben habe. - es besteht aus 1 oboe, 1 Clarinetto, 1 Corno, 1 fagotto und das Piano forte; - Ich wollte wünschen sie hätten es hören können!...
Mit diesem Briefzitat haben wir den seltenen Fall einer Beurteilung einer Komposition durch den Komponisten selbst. Wir würden uns das durchaus öfters wünschen. Anscheinend ist die Botschaft, auf welchem Weg auch immer, auch bei den Kollegen Mozarts angekommen. Sowohl für das Quintett von Danzi als auch für Beethovens Quintett op. 16 und andere Kompositionen dieser Besetzung diente Mozarts Werk als Vorbild.
Tasten tasten 4
07.Juni 2008, 16.00 Uhr
Tasten tasten 5
08.Juni 2008, 11.00 Uhr
Alte Musik - ganz jung
22.Juni 2008, 16.00 Uhr
"L'Art de toucher le clavecin
04.Juli 2008, 20.00 Uhr
Ein Abend mit den Cembaloklassen der Musikhochschulen Straßburg, Trossingen und Freiburg gewährt Einblicke in die Arbeit der Institute für Alte Musik aus der näheren Umgebung. Es konzertieren Studierende der Klassen Aline Zylberajch, Marieke Spaans und Robert Hill.
Einblicke
18.Juli 2008, 20.00 Uhr
"Partite e diminuzioni"
09.August 2008, 20.00 Uhr
Ostinati und Variationen gehören zur Basis spanischer, italienischer, portugiesischer und südamerikanischer Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Sie bieten Komponisten und ausführenden Musikern jedwelcher musikalischer Sprache die Möglichkeit, ihre Kreativität, Fantasie und Virtuosität unter Beweis zu stellen. Diese improvisatorische Praxis erblühte mit der Entwicklung der Instrumentalmusik im frühen 17. Jahrhundert. Besonders beliebt waren damals Ciaccona, Folia, Passacaglia und Romanesca, deren Grundlage populäre Melodien oder Themen verschiedener Herkunft waren.
Das Ensemble Bassorum vox stellt mit seiner vielfältigen und vielfarbigen Bassbesetzung Kompositionen, eigene Arrangements udn Improvisationen im Stil dieser Zeit vor.
Tasten tasten 6
10.August 2008, 11.00 Uhr
Wanderschaft der Tiere
23.August 2008, 16.00 Uhr
"klang voller dialog"
06.September 2008, 20.00 Uhr
5. Musikschlossfest
13.September 2008, 17.00 Uhr
5. Musikschlossfest
14.September 2008, 11.00 Uhr
Commedia dell'Arte
20.September 2008, 20.00 Uhr
Fidicinium sacro-profanum
21.September 2008, 11.00 Uhr
Der Titel des Programms bezieht sich auf Bibers gleichnamige Sammlung von Instrumentalstücken, die er 1683 komponierte, und charakterisiert einen barocken Kosmos aus weltlichen und geistlichen Werken, den Biber und Schmelzer im 17. Jahrhundert als die bedeutendsten Komponisten des Habsburger Reichs mehrfach virtuos und anrührend zugleich durchschritten haben.
Weltliche und geistliche Huldigungen
21.September 2008, 16.00 Uhr
kiss me now
03.Oktober 2008, 20.00 Uhr
Das Duo IL VERO MODO wird in diesem Konzert mit Werken den verschiedenen Aspekten der Musik von John Dowland, William Byrd, Matthew Locke, Henry Purcell und anderen Komponisten nachspüren. Die melancholischen, heiteren und auch bizarren Wesenszüge dieser typisch englischen Musik werden durch Improvisationen weiter ausgelotet.
Tasten tasten 7
05.Oktober 2008, 11.00 Uhr
Ein Saitenton, wie wir ihn nie gehört
18.Oktober 2008, 20.00 Uhr
Die drei Violinsonaten von Johannes Brahms - entstanden in entspannter frühlingshafter und sommerlicher Atmosphäre in Pörtschach und am Thuner See - sind Meilensteine der Musik des reifen Brahms, der zu jener Zeit von seinen Zeitgenossen längst hoch geschätzt, ja verehrt wurde, wie obiges Zitat aus einem Gedicht auf die A-Dur-Violinsonate von Joseph Viktor Widmann uns ahnen lässt.
Übrigens sind die drei Sonaten auch drei Liebesgrüße - an Clara Schumann!
LUX NOCTIS
02.November 2008, 16.00 Uhr
Schubert gestern - Schubert heute
14.November 2008, 20.00 Uhr
Dazu erklingen Brice Pausets "kompositorische Improvisationen" aus Stücken des Nachlasses Schuberts als Uraufführung.
Adventskonzert
30.November 2008, 16.00 Uhr
Weihnachtskonzert
13.Dezember 2008, 20.00 Uhr
Weihnachtskonzert
14.Dezember 2008, 16.00 Uhr
Joseph Haydn und seine Schüler
18.Januar 2009, 16.00 Uhr
Concerto pastorale
30.Januar 2009, 19.30 Uhr
Claviere und Flügel
01.Februar 2009, 16.00 Uhr
Die verschiedenen Instrumententypen werden kurz vorgestellt – Bauweise, Klang und Geschichte erläutert und demonstriert. Außerdem gibt es wie stets Raum zum Fragen. - Spannende Einblicke ins Innenleben der Sammlung!
Die Führungen durch die Sammlung werden in der Regel von Enno Kastens (künstlerische Beratung) oder dem Cembalobauer Christoph Kern durchgeführt. Sie haben jeweils einen musikalischen oder einen technischen Schwerpunkt.
O tuneful voice
15.Februar 2009, 16.00 Uhr
Joseph Haydn kam während seiner beiden Englandaufenthalte (1791/92 und 1794/95) mit der Dichtung von Anne Hunter in Berührung und schrieb daraufhin eine erste Sammlung von sechs Canzonetten, die 1794 veröffentlicht wurden. Dieser Sammlung folgte im Jahr darauf ein "second set" von Liedern, diesmal nach Texten von u.a. William Shakespeare. Die Lieder zeigen den reifen Kompositionsstil Haydns in höchster Vollendung, bald humorvoll, bald lyrisch, bald hochdramatisch.
Der Zyklus "An die ferne Geliebte" von Beethoven entstand im Jahr 1816 und beschreibt in sechs aufeinander bezogenen und zyklisch miteinander verbundenen Liedern die Sehnsucht eines Liebenden nach der von ihm "entfernten" (so der ursprüngliche Titel) Geliebten.
Goldberg-Variationen
27.Februar 2009, 19.30 Uhr
Johann Sebastian Bachs „Aria mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen“ wurde 1741 als „Klavierübung IV. Teil“ gedruckt. Benannt wurde es nach dem Komponisten und Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg, einem Schüler Bachs, der - laut einer vom Bach-Biographen Forkel überlieferten Anekdote - dem russischen Gesandten am Dresdner Hof, dem Grafen Hermann Carl von Keyserlingk, aus dem Werk vorspielen sollte, wenn dieser an Schlaflosigkeit litt…
Bachs Goldberg-Variationen sind ein Muster an Vielfalt: alle denkbaren Tänze und Satzformen des Barock finden sich in ihnen und drücken sich in verschiedensten Charakteren und mit unterschiedlichsten Affekten aus. Virtuoses steht neben Schlichtem, Gesangliches neben kunstvollster Verarbeitung. Die Sorgfalt, mit der Bach hier zu Werke gegangen ist, lässt darauf schließen, dass er sich der Bedeutung dieses Werkes wohl bewusst war.
Kisten und Kästen
01.März 2009, 16.00 Uhr
Was verbirgt sich alles unter oder hinter diesen Deckeln? Was ist eigentlich eine Instrumentenschwangerschaft? Wozu gibt es Pedale? Haben alle Instrumente eigentlich gleich viele Tasten?
Die verschiedenen Instrumententypen werden kurz vorgestellt; es wird gezeigt, wie eine Saite zum Klingen kommt - und außerdem gibt es noch ein kleines Spiel...
... pour flute traversière seule...
14.März 2009, 19.30 Uhr
Über die Jahrhunderte hinweg und als Ergänzung zur international etablierten „Ensemble-Akademie Freiburg“, die seit fünf Jahren von ihren Ensembles, dem ensemble recherche und dem Freiburger Barockorchester, erfolgreich veranstaltet wird, bieten Martin Fahlenbock und Karl Kaiser einen Extrakurs in der Aufführungspraxis von moderner Querflöte und barocker Traversflöte an.
Als Abschluss dieses Meisterkurses gestalten die Kursteilnehmer einen Konzertabend, in dem das mit den beiden Dozenten gemeinsam Erarbeitete vorgestellt werden soll. Im Mittelpunkt steht dabei stets eine inspirierende Begegnung zwischen Alt und Neu.
Alte Musik - junge Interpreten
15.März 2009, 16.00 Uhr
Das Conservatoire Mulhouse stellt sich vor – SchülerInnen und LehrerInnen der Abteilung Alte Musik musizieren und präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit in der Bad Krozinger Tasteninstrumentensammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey.
Zu hören gibt es Solo- und Kammermusik auf verschiedenen Instrumenten.
Auf den Flügeln des Gesangs
28.März 2009, 19.30 Uhr
Zu Beginn ihres Liederabends, der Felix Mendelssohn Bartholdy zu seinem zweihundertsten Geburtstag gewidmet ist, spüren Eva Kirchner und Eckart Sellheim den Wurzeln des Komponisten in Gestalt seiner beiden Berliner Lehrer Carl Friedrich Zelter und Ludwig Berger nach. Zelters Goethe-Vertonungen galten dem Dichterfürsten stets als Maßstab für stilvolle musikalische Ausdeutung seiner Texte; Berger war mit seinem Liederspiel "Die schöne Müllerin" auf Texte von Wilhelm Müller der gesellschaftliche Mittelpunkt der Berliner Salons - nur wenige Jahre bevor Schubert seinen Zyklus komponierte.
Des Weiteren stehen Heine-Vertonungen von Mendelssohn Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel auf dem Pogramm, das mit dem Titel "Auf Flügeln des Gesanges" der Geistesverwandtschaft zwischen Mendelssohn und Heine Tribut zollt, während die vier überlieferten Lieder des Jubilars auf Texte von Goethe auf die gegenseitige Wertschätzung dieser beiden großen Geister hinweisen.
Das Programm wird schließlich abgerundet durch Uhland-Vertonungen von Mendelssohn Bartholdys engem Freund aus Düsseldorfer Tagen, dem allzu früh verstorbenen Norbert Burgmüller, und durch eine Reihe von Clara und Robert Schumanns Liedern nach Gedichten von Friedrich Rückert, wobei dessen Zyklus "Liebesfrühling" im Mittelpunkt steht.
Mozarts Klangwelt
22.April 2009, 19.30 Uhr
An Johann Andreas Stein (1728 - 1792) kommt nicht vorbei, wer sich mit Hammerflügeln beschäftigt. Dieses kreative Instrumentenbaugenie machte mit seinen Erfindungen und Verbesserungen den neuen Hammerflügel salonfähig und inspirierte damit zahlreiche Komponisten und Spieler. Mozart ist begeistert. 1777 schreibt er einen enthusiastischen Brief über seinen Besuch bei Stein in Augsburg an seinen Vater.
Auf dem originalen Stein-Flügel der Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey von ca. 1780 erklingen Werke, die für ein solches Instrument in jener Zeit geschrieben worden sind – von Mozart natürlich, aber auch von anderen wie dem Augsburger Komponisten und Freund Steins, Johann Gottfried Eckard oder den Wiener Komponisten Joseph Haydn und Leopold Anton Koželuch.
Christoph Kern wird das Instrument Steins in einen historischen Zusammenhang stellen und Interessantes und Wissenswertes über Geschichte, Klang und Mechanik der frühen Claviere zu erzählen wissen.
Enno Kastens wird – vorwiegend, aber nicht ausschließlich – auf dem Stein-Flügel dem Frischen, Neuen, Unerhörten Ausdruck geben und die Musik einer neuen Epoche der Claviermusik zu Gehör bringen.
„Das sanfteste Clavier...“
26.April 2009, 16.00 Uhr
Was finden wir Gemeinsames zwischen Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart? Eine der möglichen Antworten lautet: sie alle haben das Clavichord sehr gern gehabt. Dieses unscheinbare, doch so bedeutende und beliebte Instrument mit seinen Wurzeln irgendwo im frühen Mittelalter wuchs vom kleinen Kästchen zu einem relativ großen Instrument und erlebte eine echte Blütezeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
In dieser Periode wurden Werke, die heute allgemein eher mit dem Cembalo oder dem Hammerklavier assoziiert werden, sehr oft auf dem zarten, sanften und dynamisch sehr biegsamen Clavichord gespielt, insbesondere im Rahmen häuslichen Musizierens. Im deutschsprachigen Raum wurden Clavichorde sogar noch bis weit ins 19.Jahrhundert hinein gebaut!
Miklos Spanyi spielt zwei der vier originalen Clavichorde der Tasteninstrumentensammlung.
Musik aus Wien
10.Mai 2009, 19.30 Uhr
„Man muss dem Schicksal in den Rachen greifen“ meinte Ludwig van Beethoven vor mehr als 200 Jahren, und auch heute noch fordern seine Werke Mut und Risikobereitschaft. Musiziert auf Originalen und Kopien historischer Instrumente und unter Berücksichtigung der Ideen der Historischen Aufführungspraxis werden Beethovens und Joseph Haydns kammermusikalische Kompositionen zu einer spannenden Neuentdeckung. Zu Beginn des Konzertes wird ein selten gespieltes Divertimento von W. A. Mozart für drei Bassetthörner in die mystische Welt der Freimaurer entführen: Eine musikalische Reise ins geheimnisvolle Wien vergangener Tage!
Es musizieren Studenten der Abteilung für Alte Musik der staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, unterstützt von den Dozenten Wolfgang Brunner (Fortepiano), Martin Stadler (historische Oboe), Eckhard Lenzing (historisches Fagott) und Ernst Schlader (historische Klarinette).
Veni, vidi - lusi
17.Mai 2009, 19.30 Uhr
Ich kam, sah – und spielte! Nach Art unserer Jazzkollegen veranstalten wir einen Tag des spontanen Musizierens („Jam Session“) – alle ausgebildeten Tastenspieler von nah und fern sind mitsamt interessierter Kammermusikpartner eingeladen, die Instrumente der Sammlung zum Klingen zu bringen.
Darüber hinaus gibt es Gelegenheit, sich musikalisch kennen zu lernen und sich auszutauschen. Zwei öffentliche Führungen um 11 Uhr und 15 Uhr ergänzen das Angebot, und ein ebenso öffentliches ad-hoc-Konzert am Abend (19.30 Uhr) beschließt den musikalisch vielfältigen und reichen Tag.
Das Angebot richtet sich nicht nur an Studierende und Studierte der „Alten Musik“ – auch fortgeschrittene und interessierte Liebhaber sind herzlich willkommen!
Wir bitten um Anmeldung bis Ende April. Kulturamt Bad Krozingen, Tel. 07633/407-164; kulturamt@bad-krozingen.de
Musik im Aufbruch
23.Mai 2009, 19.30 Uhr
Aufregende Zeiten! Neue Formen, neue Besetzungen, neue Instrumente, eine neue Klangsprache... – Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist auf nahezu allen Gebieten innovativ. Alles ist in Bewegung; alte Strukturen werden aufgebrochen, neue Wege beschritten und mutige Experimente gewagt. Und es entsteht: aufregende Musik!
Claviere und Flügel
07.Juni 2009, 11.00 Uhr
Die verschiedenen Instrumententypen werden kurz vorgestellt – Bauweise, Klang und Geschichte erläutert und demonstriert. Außerdem gibt es wie stets Raum für Fragen. - Spannende Einblicke ins Innenleben der Sammlung!
Die Führungen durch die Sammlung werden in der Regel von unserem künstlerischen Berater Enno Kastens oder dem Cembalobauer Christoph Kern durchgeführt. Sie haben jeweils einen musikalischen oder einen technischen Schwerpunkt. Inforamationen: 07633/407-164
„Wiener Klassik authentisch“
21.Juni 2009, 19.30 Uhr
Gerade die Kammermusikwerke der Wiener Klassik verändern radikal ihr Klangbild, wenn man sie mit historischen Instrumenten aufführt. In diesem Konzert erklingen Klaviertrios von Haydn, Mozart und Beethoven auf Hammerflügeln der Entstehungszeit der Kompositionen; die Streichinstrumente werden mit Darmsaiten und alten Bögen gespielt. Die Balance zwischen den Instrumenten wird neu gemischt, man hört die Werke in originalem Klanggewand und man versteht, warum die Komponisten so geschrieben haben.
Johann Sebastian Bach
03.Juli 2009, 19.30 Uhr
Triosonaten in höchster Vollendung für Violine und konzertierendes Cembalo – dicht gewoben und locker gestrickt, gesanglich und virtuos, anrührend und erhebend. Bachs zeitlose Meisterwerke „sind von den besten Arbeiten des seeligen lieben Vaters“ (Carl Philipp Emanuel Bach).
Claviere und Flügel
12.Juli 2009, 16.00 Uhr
Die verschiedenen Instrumententypen werden kurz vorgestellt – Bauweise, Klang und Geschichte erläutert und demonstriert. Außerdem gibt es wie stets Raum zum Fragen. - Spannende Einblicke ins Innenleben der Sammlung!
Die Führungen durch die Sammlung werden in der Regel von unserem künstlerischen Berater Enno Kastens oder dem Cembalobauer Christoph Kern durchgeführt. Sie haben jeweils einen musikalischen oder einen technischen Schwerpunkt. Die Verteilung wird kurzfristig festgelegt und kann unter 07633-3700 erfragt werden.
Tasten und Knöpfe
24.Juli 2009, 19.30 Uhr
Der Beginn der Musikinstrumente mit durchschlagenden Zungen wie Mundharmonika, Handharmonika und Harmonium liegt zwischen 1790 und 1825.
Also in der Zeit als das Cembalo endgültig vom Pianoforte abgelöst wurde und wegen seiner größeren Ausdrucksfähigkeit besser der damaligen musikalischen Praxis entsprach.
An verschiedenen Orten arbeiteten Musiker wie Instrumentenmacher daran die Ausdrucksfähigkeit und die Expressivität (stufenlose Dynamik) der Orgel zu steigern. Deshalb sind in der Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey neben Orgelpositiv und Regal auch Physharmonika und Harmonium zu finden. Wird bei diesen Tasteninstrumenten der notwendige Wind durch größere Bälge produziert, die mit den Füßen oder durch eine zweite Person betätigt werden, so geschieht dies bei den kleineren tragbaren Varianten Akkordeon, Konzertina, Bandoneon, etc. durch die Hände.
Dass das Akkordeon ein ernstzunehmendes Konzertinstrument ist, haben nicht nur die Originalkompositionen von Paul Hindemith, Mauricio Kagel und Luigi Nono bewiesen, auch viele Interpreten tun es, die Werke des 18. u.19. Jahrhunderts auf diesem Instrument zum klingen bringen.
Rastlose Liebe
09.August 2009, 19.30 Uhr
Das Konzert widmet sich einem Lieblingsinstrument der Romantik: der Klarinette. Mendelssohn und Weber haben sich von den beiden Klarinettisten Heinrich und Carl Bärmann (Vater und Sohn) zu ihren Werken inspirieren lassen. So entstand Webers fulminantes Grand Duo für Klarinette und Klavier und Mendelssohns Klarinettensonate. Von Carl Bärmann erklingen außerdem einige Charakterstücke, die er nach Gedichten von Goethe komponiert hat – also quasi „Lieder ohne Worte“ – und sein malerisches Stück „Aus meinem Künstlerleben“. Ergänzt wird das Programm durch einige von Mendelssohns Liedern ohne Worte für Klavier.
Die Oper daheim
23.August 2009, 16.00 Uhr
Wie es wohl wäre, wenn man „große Oper“ im eigenen Wohnzimmer spielte? Das Orchester würde auf wenige Instrumente zusammengespart, die Bühne wäre ebenso schnell auf- wie abgebaut, für schwebende Göttinnen bräuchte man keine Zustimmung der Bühnengewerkschaft, die Sänger hätten keinerlei Starallüren, wären stets gutgelaunt und blendend disponiert ...
Das gibt es nicht? Aber ja! Diese Art der Aufführungen war im 19. Jahrhundert sehr beliebt. In diesem Konzert kann man es wieder erleben, wenn das Freiburger Ensemble Die Pappenspieler seine Fassung der Mozartschen „Zauberflöte“ präsentiert.
„Sphärenmusik“
10.September 2009, 19.30 Uhr
In diesem Konzert präsentieren ausgewählte Teilnehmer/innen der 6. Ensemble-Akademie Freiburg das mit den Dozenten vom Freiburger Barockorchester und dem ensemble recherche gemeinsam Erarbeitete.
Unter dem Titel „Sphärenmusik“ beschäftigt sich die Ensemble-Akademie 2009 mit den Einflüssen der Naturwissenschaften, der gesellschaftlichen Kräfte und der Sphären anderer Kunstwerke, die viele Werke des Barock und der Neuen Musik geprägt haben. Musik als Ausdruck des Unsagbaren, als seine klingende Übertragung in eine andere Dimension? Oder doch bloß ein Abbild, Abklang, Echo eines konkreten Vorbilds?
Wie schon im vergangenen Jahr steht die Idee eines Diskurses zwischen Alt und Neu, einer gegenseitigen Inspiration von Alter und Neuer Musik, dabei im Zentrum dieses ungewöhnlichen Abends.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Baden-Württembergischen Ensemble-Akademie Freiburg
„...und so musste ich original werden“
26.September 2009, 19.30 Uhr
Haydns Claviermusik: voller Ideen, vielschichtig, launig und immer originell. Ein weites Experimentier- und Spielfeld eines der fantasievollsten Geister der Musikgeschichte!
„Concerto delle Dame“
27.September 2009, 16.00 Uhr
Um 1580 enstand auf Anregung der Herzogin Margherita am Hofe zu Ferrara eines der erstaunlichsten Ensembles der Musikgeschichte, das Concerto delle dame di Ferrara.
Die Sängerinnen Livia d’ Arco, Laura Peperara und Anna Guarini lebten und sangen hier und genossen bis etwa 1600 höchsten Ruhm.
Ihre engelsgleichen Stimmen und ihre Virtuosität verbreiteten eine mystische Aura und lösten an anderen Höfen wie in Neapel, Florenz und Rom heftiges Nacheifern aus.
Musikalischer Mentor des Originals war Luzzascho Luzzaschi, Cembalist, Organist und Lehrer, dessen Madrigalsammlung bestehend aus Soli, Duetten und Terzetten erklingt.
Virtuosität und Beseeltheit zeichnen diese selten aufgeführten Werke aus, denen ergreifende italienische Texte zu Grunde liegen.
Mit Dichtern wie Giambattista Guarini und Torquato Tasso legt Luzzaschi vor allem mit diesen zwölf Madrigalen ein eindrucksvolles Zeugnis für die Blüte der Musikkultur an den italienischen Höfen des 16. Jahrhunderts ab.
Dicht verwoben präsentiert sich die Kunst von Dichter, Komponist und Ausführenden.
„Mozart, Rosenberger, Neumeyer“
11.Oktober 2009, 16.00 Uhr
Wussten Sie schon, dass der Name van Beethoven „der vom Rübenhof“ bedeutet und der Name Mozart möglicherweise etwas mit Schlamm zu tun hat? Oder dass das Wort Geige im alemannischen Dialekt entstanden ist? Woher kommt eigentlich das Wort Klavier, und warum heißt ein relativ leises Instrument ausgerechnet Laute?
Komponisten und Instrumente werden einmal etwas anders vorgestellt; musikalischen Begriffen und Namen wird auf den Grund gegangen.
Wer könnte dazu berufener sein als der Freiburger Germanist Konrad Kunze, der weltweit zu den führenden Namenforschern gehört?
Dazu erklingt Musik von entsprechenden Komponisten auf entsprechenden Instrumenten (Cembalo, Clavichord, Hammerflügel), gespielt von Enno Kastens.
Kisten und Kästen
18.Oktober 2009, 16.00 Uhr
Was verbirgt sich alles unter oder hinter diesen Deckeln? Was ist eigentlich eine Instrumentenschwangerschaft? Wozu gibt es Pedale? Haben alle Instrumente eigentlich gleich viele Tasten?
Die verschiedenen Instrumententypen werden kurz vorgestellt; es wird gezeigt, wie eine Saite zum Klingen kommt - und außerdem gibt es noch ein kleines Spiel...
Sonderkonzert mit Überraschung
25.Oktober 2009, 16.00 Uhr
„L’Art de toucher le clavecin“ II
04.November 2009, 19.30 Uhr
Nachdem der erste Abend dieser Art im letzten Jahr so guten Anklang gefunden hat, veranstalten wir erneut ein Konzert mit den Cembaloklassen der Musikhochschulen Freiburg, Trossingen, Straßburg und Basel. Es konzertieren Studierende der Klassen Marieke Spaans, Aline Zylberajch, Robert Hill und Jörg-Andreas Bötticher.
Händels Duelle
08.November 2009, 16.00 Uhr
Zehn Charaktere, neun Storys, acht Musikstücke.
Händels Duelle ist eine bunte Mischung aus Theater und Musik. Es ist ein Programm für alle, die Spaß an der Musik haben wollen, die gerne gute Erzählungen hören und die eine Stunde mit einer genialen und lustigen Figur aus der Geschichte verbringen möchten.
Warum hat der junge Händel ein Clavichord auf dem Dachboden versteckt? Wie hat ein Knopf sein Leben gerettet? Warum ist eine Sängerin fast aus dem Fenster geflogen? Was ist mit dem Duell mit Scarlatti? Wie wurde Händel von einem Nervenzusammenbruch geheilt?
Geoffrey Thomas spielt zehn verschiedene Charaktere, die Händels Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen. Jede Story wird von einem Musikstück untermalt, live auf einem historischen Tasteninstrument vorgeführt.
Claviere und Flügel
14.November 2009, 16.00 Uhr
Die verschiedenen Instrumententypen werden kurz vorgestellt – Bauweise, Klang und Geschichte erläutert und demonstriert. Außerdem gibt es wie stets Raum zum Fragen. - Spannende Einblicke ins Innenleben der Sammlung!
Die Führungen durch die Sammlung werden in der Regel von unserem künstlerischen Berater Enno Kastens oder dem Cembalobauer Christoph Kern durchgeführt. Sie haben jeweils einen musikalischen oder einen technischen Schwerpunkt. Die Verteilung wird kurzfristig festgelegt und kann unter 07633-3700 erfragt werden.
„Sie sind uns nur vorausgegangen...“
15.November 2009, 16.00 Uhr
Musik von Johann Sebastian Bach und Texte zum Thema Tod und Sterben.
Cembalo Transalpino
29.November 2009, 16.00 Uhr
Einst waren die Alpen mehr als eine geographische Grenze. Sie trennten nicht nur Länder und Menschen, sondern auch ganze Kulturen. Sie zu überqueren bedeutete, eine beschwerliche Reise auf sich zu nehmen und einzutauchen in etwas ganz und gar Neues – in beide Richtungen.
Die Leidenschaft, Freizügigkeit und Genialität der italienischen Musik und ihr südlicher Charme hat, nachdem sie den gefährlichen Weg durch Eis und Schnee überwunden hatte, nach und nach alle Länder erobert und einen großen Einfluss in der Musik ganz Europas hinterlassen.
Weihnachtskonzert
05.Dezember 2009, 19.30 Uhr
Felix Mendelssohn Bartholdy ist in den Jahren zwischen 1821 und 1832 viel - und von Goethe gern gesehener Gast im Haus am Frauenplan. Der greise Goethe schätzt am noch jungen Mendelssohn sowohl dessen großes musikalisches Talent als auch dessen musikhistorische Kenntnis. Mal unter vier Augen mit dem 'Olympier', mal in größeren Salongesellschaften gibt Mendelssohn Kostproben seines Könnens und diskutiert über Musik, aber auch über Malerei und Literatur.
Im ersten Teil stehen die Lieder Mendelssohns nach Texten von Goethe im Vordergrund. Prof. Ludwig Holtmeier spielt ein historisches Instrument der Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey, Gesang: Florian Cramer. Der zweite Teil der Veranstaltung widmet sich den Briefen und Gesprächen Goethes und Mendelssohns. Konzept und Ausführung Patrick Blank und Alfred Marquart.
Robert Schumanns späte Klaviermusik
24.Januar 2010, 16.00 Uhr
"Conversations galantes"
05.Februar 2010, 19.30 Uhr
Das Schlossgespenst
21.Februar 2010, 16.00 Uhr
"Freude des Himmels, Ergetzen der Erden"
06.März 2010, 19.30 Uhr
Den schön'sten Zeitvertreib in unserem Leben/Weiß doch Music allein zu geben", befand Georg Philipp Telemann 1723, und mit Triosonaten, Choralgesängen und anderen Werken in verschiedenen Besetzungen verspricht dieses Konzert des Bad Krozinger/Staufener Trios wahrhaft abwechslungsreich zu werden und wohl die Ohren der Musikliebhaber zu ergötzen...
Und, nochmals Telemann:
"Freude des Himmels, Ergetzen der Erden,
Edelste Klinge-Kunst, süsseste Lust!
Laß uns in deinem begeisterten Wesen
Jener Vollkommenheit Inbegriff lesen,
Wo wir durch Singen belustiget werden,
Welches hier unten noch niemand bewusst."
Claviere und Flügel
07.März 2010, 16.00 Uhr
"à violino solo"
13.März 2010, 19.30 Uhr
"...auf Saitenwegen"
19.März 2010, 19.30 Uhr
Kisten und Kästen
21.März 2010, 16.00 Uhr
Märchenland und Kegelbahn
11.April 2010, 16.00 Uhr
Was beide Welten, die des "Kegelstatt-Trios" von Mozart und die der "Märchenbilder", "Märchenerzählungen" und "Fantasiestücke" von Schumann gemeinsam haben und wo sie ganz und gar unterschiedlich sind, können Sie in diesem Konzert erleben. Verschlierung und Klarheit, Rückzug und Direktheit, Traum und Wirklichkeit.
Mozart und die Romantik
25.April 2010, 16.00 Uhr
Kein Wunder, dass Mozarts Sprache die frühen Romantiker zur Nachahmung anregte, zur bewussten Aneignung seines Oeuvres durch Bearbeitung, durch Imitation, durch Überschreitung, durch Transpositiion in eigentlich fremde instrumentale Klänge, also zur kreativen Aufarbeitung dieser Supernova am Himmel der Musik.
Im wunderschönen Monat Monat Mai
08.Mai 2010, 19.30 Uhr
Internationaler Museumstag
16.Mai 2010, 16.00 Uhr
Lucenta Stella, der leuchtende Stern
30.Mai 2010, 19.30 Uhr
Ein Konzert zu Ehren der mittelalterlichen Tasteninstrumente. Es erklingt Musik von Codex Faenza, Buxheimer Orgelbuch, Zachara de Teramo, F. Landini, Dufay, mit Schwerpunkt auf instrumentalen Bearbeitungen von Vokalmusik des 14. und 15. Jh.
Es spielen Studenten von der Mittelalterabteilung der Schola Cantorum Basiliensis unter der Leitung von Corina Marti.
Corina Marti - Clavicytherium, Clavisimbalum, Blockföte und Leitung
Carla Catalina Vicens J.- Clavicytherium, Clavisimbalum und Organetto
Lisa Magrini- Sopran
Doron Schleifer - Altus
Matias Michelli - Tenor
Mathias Spoerry - Bariton
Tore Eketorp – Fidel
Die Schola Cantorum Basiliensis – Hochschule für Alte Musik in Basel, 1933 gegründet von dem Dirigenten und Mäzen Paul Sacher, ist ein einzigartiges Forum für professionelle Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Alten Musik. Darüber hinaus ist sie ein Forschungszentrum für die Historische Musikpraxis, sie gibt Bücher- und CD-Reihen heraus und veranstaltet Konzerte, Dozierende und Studierende kommen aus aller Welt und bieten Gewähr für ein anregendes, vielsprachiges und multinationales Klima des Instituts.
"Nach willen Din".
12.Juni 2010, 19.30 Uhr
An der Wende zum 16. Jahrhundert erlebt die deutsche Tastenkunst eine erste große Blüte. Mit der Entwicklung der Mehrstimmigkeit in der Musik werden neue Instrumente gebaut, entstehen Vokalkompositionen, die von den Tastenspielern sofort auf ihre Virginale, Spinette oder Orgeln übertragen werden. Sie werden aus der separaten Stimmennotation in eine Spielpartitur gesetzt, "intabuliert". Dabei bilden sich auch eigenständige Spielfloskeln und -techniken aus. In der Epoche von 1490–1540 kann man die Entwicklung dieser Kunst ideal an der oberrheinischen Musik beobachten. Die bis anhin göttliche Musik wird durch die neue Grifftechnik auf dem Tasteninstrument "begreifbarer" und damit menschlich fassbarer. Diese Werke, die an der Schwelle zur Renaissance entstanden sind, vermögen uns heute immer noch durch ihre Frische und Unmittelbarkeit zu berühren. Dahinter zeigen sich Persönlichkeiten, die herausgefordert durch die Umwälzungen der Reformation und die neuen Perspektiven des Humanismus ihren individuellen Weg gehen.
Jörg-Andreas Bötticher, Virginal und Spinett
Alte Musik - junge Interpreten
27.Juni 2010, 16.00 Uhr
Besuch beim Stein
02.Juli 2010, 19.30 Uhr
Drei herausragende Hammerflügel aus drei Generationen der Clavierbauerdynastie Stein-Streicher-Streicher befinden sich in der Krozinger Sammlung. Sie repräsentieren auf einzigartige Weise Beginn, Entwicklung und Niedergang des Wiener Clavierbaus im 18./19. Jahrhundert.
Christoph Kern, Kurator der Sammlung, wird ihre kulturelle, technische und wirtschaftliche Bedeutung beleuchten. Dabei werden unter anderem auch Beethovens drängende Haushaltsprobleme und Schillers stürmische Flucht aus Württemberg eine Rolle spielen. Bernd Schäfer wird das Jahrhundert mit Mozart, Beethoven, Brahms und Liszt zum Klingen bringen.
Seth Carlin
18.Juli 2010, 19.30 Uhr
Seth Carlin zählt zu den weltweit führenden Hammerflügelspezialisten. Sein innovativer Interpretationsansatz eröffnet einen unverbrauchten Zugang zur klassischen und romantischen Klavierliteratur. Nach Studien in Paris, Harvard und an der Juilliard School in New York gewann er Preise bei verschiedenen Klavierwettbewerben, darunter beim renommierten Busoni-Wettbewerb. Er musizierte u.a. mit Roger Norrington, Anner Bylsma, Malcolm Bilson und dem Tafelmusik Orchestra Toronto. Er konzertierte u.a. bei den Festivals in Marlboro, Newport und Spoleto. Seth Carlin ist Professor an der Washington University in St. Louis. Verschiedene, vielbeachtete CD-Einspielungen mit Sonaten von Schubert und Beethoven sind bei Titanic erschienen. Er gilt in der Alte-Musik-Szene als Geheimtipp.
Idylle und Abgrund
23.Juli 2010, 19.30 Uhr
Kinder- und Familienkonzert
05.August 2010, 16.00 Uhr
Leidenschaft
10.September 2010, 20.00 Uhr
"Himmel und Erde"
25.September 2010, 19.30 Uhr
Offrandes musicales
26.September 2010, 16.00 Uhr
Offrandes musicales - musikalische Geschenke., Musik-Gaben oder Widmungen in Musik...
Oft wurden die Großen und Mächtigen mit Meisterwerken beschenkt, oft aber auch waren es Schüler, Frauen, Kinder und Kolelgen, denen diese Gaben zuteil wurden. Die Musik macht keine Unterschiede und kennt keinen Rang und keine Stände - für sie und vor ihr sind alle gleich. Und ist nicht das Musizieren selbst wie ein Darbringen eines irdischen "Opfers" und eine Hinwendung zum Himmel?
Einige solcher himmlischen Geschenke erklingen in diesem Konzert - Solers galante Konzerte für zwei Cembali, seinem Schüler, Prinz Gabriel gewidmet, Bachs für die musikalische Erziehung seiner Söhne komponierten Triosonaten und Couperins "`L'Apothéose de Corelli", eine Huldigung an seinen verehrten Vorgänger.
"Schläft ein Lied in allen Dingen..."
08.Oktober 2010, 19.30 Uhr
Und fast wie Lieder (ohne Worte...) präsentieren sich auch die fünf Stücke im Volkston für Violoncello und Klavier von Robert Schumann, die aus dessen produktivster Schaffensphase stammen.
Führung durch die Sammlung
24.Oktober 2010, 11.00 Uhr
"Variatio delectat"
14.November 2010, 16.00 Uhr
Variationswerke des 15.-19. Jahrhunderts aus dem Codex Farenza, von Antonio de Cabezón, Jan Pieterszon Sweelinck, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.
Adventskonzert
28.November 2010, 16.00 Uhr
In diesem Konzert erklingen ausgewählte Werke aus beiden Bänden des Wohltemperirten Claviers.
Weihnachtskonzert
11.Dezember 2010, 19.30 Uhr
Seelenklänge
22.Januar 2011, 19.30 Uhr
Zauberklänge
23.Januar 2011, 16.00 Uhr
Ein Lied, das alle Lieder umfasst, ein Mann, der beinahe alles verliert und es dann wieder gewinnt, der bezaubernde Klang der ersten Geige… Davon erzählen die Märchen dieses
Sonaten - Form gewordene Fantasien
06.Februar 2011, 16.00 Uhr
Stellen Sie sich ein paar Grundregeln und eine zeitliche Begrenzung vor. In bzw. auf diesem Feld können Sie jetzt Ihre eigene Fantasie aussäen und wachsen lassen – und der Inhalt eines organischen Gebildes wird sich wieder einmal an die vorgegebene Form anpassen.Das muss für den Komponisten keine Einschränkung sein, sondern er kann sich der Bedingungen z.B. eines „Sonatenschemas“ bedienen, um ein musikalisches Ganzes mit Themen, Überleitungen, Durchführungen, Wiederaufnahmen plus diversen Randgebieten in mehreren Sätzen zu kreieren.
Seien Sie gespannt und hören Sie Sonaten einmal auf diese Art: Fantasie, die Form annimmt. Vier Werke, vier verschiedene Komponisten, vier unterschiedliche organische Architekturen.
Due Ançoliti – zwei Engel
20.Februar 2011, 16.00 Uhr
Die Blütezeit der italienischen Trecentomusik beginnt um 1300 und reicht bis weit ins Quatrocento hinein, einer turbulenten und aufregenden Zeit - politisch, gesellschaftlich und künstlerisch -, in der viele italienische Intellektuelle wie Petrarca oder Dante Alighieri ins Exil gehen mussten.
Neben den Höfen der herrschenden Familien Oberitaliens wurde Florenz zu einem der bedeutendsten Zentren der Kunst.
Es erklingen Kompositionen von Franceso Landini, Z. da Teramo, Bartlonio da
Padova, Don Paolo da Firenze u.a.
Eine besondere Stellung kommt dabei den kunstvollen Intabulierungen des Codex
Faenza zu, sowie auch den so genannten „Estampides“.
"... mit dem Wunderhorn"
13.März 2011, 16.00 Uhr
Wien um 1800: Der Hornist Giovanni Punto – eigentlich hieß er Jan Vaclav Stich – sorgt mit seinen erstaunlichen Fähigkeiten dafür, dass mehr und mehr auch solistische Werke für dieses einstige Wald- und Jagdinstrument entstehen. Beethoven schreibt seine berühmte Hornsonate, deren Premiere im Wiener Burgtheater ein so großer Erfolg war, dass ihr mehrere Aufführungen in Kürze folgten.
Sowohl diese Sonate als auch Puntos virtuoses Spiel begeisterte so manchen Komponisten für diese Klangfarbe und inspirierte sie zu Sonaten für Horn und Fortepiano.
"Von der musikalischen Poesie"
27.März 2011, 16.00 Uhr
Carl Philipp Emanuel Bach gehört zu den großen Revolutionären in der Musikgeschichte, zu Recht wird er als Originalgenie bezeichnet. Das „redende Prinzip“, welches er in die Musik einführt, veränderte die musikalische Sprache im 18.Jahrhundert grundsätzlich. Die Konsequenz, mit der er diese „Versprachlichung“ der Musik Zeit seines Lebens weiterentwickelte und verfeinerte, geht einher mit einer steten Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Literatur und Dichtung, entsprechend eng war der Kontakt und Austausch mit seinen schriftstellerischen Zeitgenossen. Bereits als junger Mann verkehrte Bach in Berlin in vornehmen bürgerlichen Salons, machte die Bekanntschaft von Persönlichkeiten wie Gleim, Lessing und Ramler, später kamen in Hamburg Klopstock, Claudius, Gerstenberg und die Dichter des „Göttinger Hains“ dazu: Voss, Hölty, Overbeck, Miller und die Brüder Stolberg. Man verkehrte freundschaftlich und stand in regem Austausch, traf sich in Bachs Wohnung, um über Literatur und Ästhetik zu diskutieren, um die neuesten Dichtungen zu lesen, sie zu besprechen - und Bachs Musik zu hören. Selten war der Kontakt zwischen Literatur und Musik wohl so eng und fruchtbar!
"Was heißt eigentlich barock?"
04.Juni 2011, 19.30 Uhr
Barocker Musiksalon
19.Juni 2011, 19.30 Uhr
Ernst, besinnlich und heiter
02.Juli 2011, 19.30 Uhr
Bradford Tracey zum 60. Geburtstag.
03.Juli 2011, 11.00 Uhr
"Aus der Seele....:"
15.Juli 2011, 19.30 Uhr
Sommerfrische Ferienmusik für Kinder
25.August 2011, 16.00 Uhr
Festliche Tage Alter Musik I
24.September 2011, 19.30 Uhr
Festliche Tage Alter Musik II
25.September 2011, 16.00 Uhr
Bach romantisch
15.Oktober 2011, 19.30 Uhr
Wie gut Felix Mendelssohn Bartholdy Bachs Musik studierte, kann man sehr gut an den Präludien und Fugen für Klavier bemerken. Interessant ist die Gegenüberstellung des Präludiums in b-moll aus dem Bach'schen Wohltemperierten Klavier, Teil I und dem Präludium in f-moll von Mendelssohn-Bartholdy.
In seiner Sonate F-Dur für Violine und Klavier bieten sich für beide Musiker großartige Entfaltungsmöglichkeiten. In den beiden Ecksätzen dominieren die virtuosen Elemente, während sich im wunderschönen Mittelsatz beide Instrumente in einem gesanglichen Dialog befinden.
Claviere und Flügel
16.Oktober 2011, 16.00 Uhr
Kunst der Fuge
29.Oktober 2011, 19.30 Uhr
Dieses Werk ist ohne Besetzungsangabe notiert, was dazu geführt hat, dass es kaum eine Besetzung gegeben hat, die nicht schon erklungen ist - von Orgel über Streichquartett bis hin zu Orchesterbearbeitungen oder Saxophonensemble.
Da zwei der Contrapuncti den Zusatz "à 2 Clav", also "für zwei Cembali" tragen, hören Sie das Werk in dieser Fassung: klar, schlicht und transparent, gespielt auf zwei Cembali der Bad Krozinger Sammlung.
Die "Kunst der Fuge" am Stück zu hören, komme einer Katharsis gleich, heißt es zuweilen. Wir laden Sie ein, in diesen Kosmos Bachschwer Kontrapunktik und seiner schier unerschöpflichen Fantasie einzutauchen.
...voll Freud und Leid...
11.November 2011, 19.30 Uhr
Hans Jörg Mammel, Tenor
Stephanie Gurga, Fortepiano Johann Baptist Streicher, 1864
Als Komponist von Liedern ist Franz Liszt, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, bisher wenig aufgefallen. Für Liszt war es aber ein Genre, das er sein ganzes Leben über immer wieder intensiv bearbeitete: zum einen durch eigene Kompositionen, in denen er mit neuer Harmonik experimentierte, zum anderen durch Transkriptionen der Lieder vor allem von Franz Schubert für Klavier solo. Neben ausgewählten Liedern von Mendelssohn werden an diesem Abend auch die "Lieder eines fahrenden Gesellen" von Gustav Mahler in der Originalfassung für Gesang und Klavier zu hören sein.
Kisten und Kästen
12.November 2011, 16.00 Uhr
Medizin und Kunst
16.November 2011, 19.30 Uhr
Adventskonzert "Fantasiestücke"
27.November 2011, 16.00 Uhr
Ernst Theodor Hoffmann (1776-1822) war ein vielseitiges Genie, dessen Fantasie keine Grenzen zu kennen schien - er wirkte als Jurist, Dichter, Zeichner, Komponist und Kapellmeister.
Hoffmann prägte wie kaum ein Zweiter das Bild des "Romantikers" - empfindsam, verletzlich und (hyper)sensibel bis zur Überspannung, enthusiastisch und voll starker und wilder Sehnsucht; dann wieder sehr diesseitig, reich an Ironie und Laune - und das Ganze oftmals in jähem Wechsel. Seine Schriften seien "voll Seele und Freiheit", wie Jean Paul, sein kongenialer Dichterkollege, ihm in der Vorrede zu seinen "Fantasiestücken in Callots Manier" bescheinigt, und in ihnen (und auch im Verfasser selber) leigen so manche Extreme nah beieinander.
Er kommt "überspitzt und phantastisch, tränenselig und sarkastisch, weltflüchtig und derb, hingebungsvoll und ironisch" daher und hat "das romantische musikalische Denken und Empfinden für ein Jahrhundert entscheidend beeinflusst" (F. Blume).
Weihnachtskonzerte, 10. und 11.12.2011
10.Dezember 2011, 19.30 Uhr
Angerissene Saiten, perkussives Getrommel oder sanft-schwebende Klänge: Die enorme Vielfalt der Anschlagsmöglichkeiten von "Clavier"-Instrumenten im 18. Jahrhundert wird im diesjährigen Weihnachtskonzert mit dem virtuosen polnisch-deutschen Duo lebendig und eindrucksvoll vor Ohren (und auch vor Augen) geführt. Kiele von Rabenfedern, hölzerne Tangenten oder belederte Hammerköpfe formen den Ton von Cembalo, Tangentenflügel und Hammerflügel. Zugleich zeigen reizvolle instrumentale Gegenüberstellungen und Kombinationen die Entwicklung der Klaviermusik beim großen Johann Sebastian Bach uned seinen Söhnen.
Zwei Variationszyklen von Johann Christoph Friedrich Bach und von Mozart über das im 18. Jahrhundert höchst populäre Kinderlied "Ah! vous dirai-je, maman", das in unseren Breitengraden vor allem als Weihnachtslied bekannt geworden ist, verleihen dem Instrumentenwettstreit die besondere jahreszeitliche Note - ebenso wie eine Transkription von corellils "Concerto grosso, fatto per la notte di natale", welche die Musiker extra für dieses Konzert vorbereiten.